Ein Schulprojekt der
Hardbergschule
in Mosbach
Von Wilfried P. A. Boch
Stadt-Tor
In Mosbach finden die
diesjährigen
Heimattage Baden-Württemberg statt. Dazu wurden die Schulen im
Jahr
2000 aufgefordert, sich mit einem Projekt aus Musik, Kunst, Werken,
Technik,
Internet o.ä., in dem der Heimatgedanke in irgend einer Art zum
Tragen
kommt, zu beteiligen. Die entstandenen Arbeiten, Ausstellungen,
Aufführungen
usw. sollten dann in zwei Projektwochen der Schulen im Juli 2002 der
Öffentlichkeit
vorgestellt werden. Die Hardbergschule, eine Förderschule, wollte
sich auch beteiligen.
| Ich durfte mit den
Kindern ein Projekt
ausdenken, das dann von der GLK genehmigt wurde. Unsere z.Zt. 130
SchülerInnen
kommen aus rund 25 Orten und Teilorten des Neckar-Odenwald- Kreises,
die
im engeren Begriff ihre Heimat sind. Die entsprechenden Wappen
symbolisieren
den Wohnort und damit Heimat. Die Idee war, mit den Schülerinnen
und
Schülern Wappen aus Ton herzustellen und diese an einem
großen
Tor anzubringen. Das Tor hatte gerade in der mittelalterlichen Stadt,
von
der das heutige Stadtbild Mosbachs noch zeugt, vielfältige
Aufgaben.
Doch auch die Schule ist gleichsam ein Tor in die Welt, ins Leben. So
steht
das Tor in Form eines stilisierten M für Mosbach, aber auch
für
die Schule. |
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In den Klassen wurde das Thema
Wappen
aufgegriffen und versucht, Vorlagen zu erarbeiten. Die mit Hilfe das
Archivs
des Landratsamtes gefundenen Vorlagen wurden auf DIN A 3
vergrößert
und auf Tonplatten übertragen. In mühsamer Arbeit wurden nun
die Wappen ausgekratzt und ausgearbeitet, getrocknet, geschrüht,
mit
Braunstein eingefärbt und mit Keramikfarben und Glasuren farbig
gestaltet
und nochmals ein- oder mehrmals glattgebrannt. Nach dieser
handwerklich-technischen
Arbeit konnten nun die Jugendlichen die 14 Buchstaben des Schulnamens
kreativ
frei gestalten Für die Herstellung der vielen Keramikteile, an der
rund 40 Mädchen und Jungen von der 7. bis zur 9. Klasse beteiligt
waren, wurde ein ganzes Schuljahr benötigt. Es zeigte sich, dass
vor
allem das Herstellen der Tonplatten mit Rundhölzern über
Leisten
rein körperlich für viele Jugendliche zu anstrengend war.
Auch
war es ein Problem, die Tonteile von einer zur nächsten Stunde
oder
über Tage entsprechend frisch und geschützt zu lagern.
Schließlich
wurde für diese umfangreiche Arbeit das Durchhaltevermögen
von
Schülern und Lehrer stark gefordert.
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Das Tor musste allein
schon wegen der
Größe von 350 cm Breite, 95 cm Tiefe und 285 cm Höhe
und
der massenhaft anfallenden Sägespäne beim Zuschneiden der
Presspan-
und Betonschal- platten im Freien gebaut werden. Dies geschah dann in
zwei
Projektwochen mit ausschließlich Jungen der 8. und 9. Klasse. Da
das Tor für 14 Tage am Rathaus aufgestellt werden sollte, musste
es
demontierbar in drei Teile sein. Trotzdem waren die Tortürme so
groß
und schwer, dass sie selbst mit den stärksten Jungen der Schule
kaum
noch zu händeln waren. |
| Ein Kranwagen der Stadt
half uns dann
beim Transport und Aufstellen des Tores, dessen Türme innen noch
mit
Sandsäcken beschwert wurden, damit ja kein Umfallen oder
Verrücken
möglich sein sollte. |
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Dann kam die
schwierigste und interessanteste
Arbeit, es mussten die 25 Wappen und Ortsnamensschildchen angebracht
und
sinnvoll verteilt werden. |
| Ein Junge übernahm
die „künstlerische
Leitung“. Er ordnete die Wappen systemlos nach Farben und Gusto. Es
wurde
arbeitsteilig vorgegangen: das Keramikteil wurde bewegungslos
festgehalten,
ein Junge bohrte vor, ein anderer schraubte mit Gefühl fest. |
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Ebenso ging es mit den
Buchstaben.
Nach vier Stunden intensiver Arbeit in glühender Sonne konnten wir
zufrieden und stolz das große Werk beenden. |
In den nächsten Tagen
steht uns
nun der Rückbau noch bevor. Das Tor soll auf Dauer an unserer
Schule
aufgestellt werden. Obwohl die Tortürme schief sind wie der
schiefe
Turm und die Studie von Pisa, beweist dieses Projekt, dass auch an
unserer
Schulart und mit den Schülerinnen und Schülern der
Förderschule
eine große Gemeinschaftsarbeit erfolgreich erbracht werden kann.
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